Baubeginn für Reha-Klinik in Brackenheim

Bis September 2020 entsteht auf dem ehemaligen Krankenhausparkplatz am Knipfelesweg eine Reha-Klinik mit weiteren medizinischen Einrichtungen. Am vergangenen Montag lud der Bauherr, die SLK-Kliniken Heilbronn GmbH, zum Spatenstich ein. Das Investitionsvolumen für Brackenheim liegt bei rund 15,8 Millionen Euro. 

„Mit dem heutigen Spatenstich gehen wir den nächsten Schritt bei der Umstrukturierung der Gesundheitsversorgung im Landkreis“, brachte Landrat Detlef Piepenburg zum Ausdruck. Die Schließung des Brackenheimer Krankenhauses mit der Verlagerung des stationären Krankenhauses war für viele Bürgerinnen und Bürger ein schmerzhafter Einschnitt. „Doch mit den Neubau des Gesundheitszentrums setzt die SLK-Kliniken ein weiteres Zeichen, um die ambulante medizinische Versorgung vor Ort zu stärken“, so der Landrat.

Baubeginn Reha Zentrum Brackenheim
Baubeginn Reha Zentrum Brackenheim

Inhalt des Gebäudes

Im Neubau wird in großzügigen und modernen Räumen eine erweiterte Geriatrische Rehaklinik im 1. Obergeschoss untergebracht. Die geplanten 39 Betten können bei Bedarf auf bis zu 57 Betten erweitert werden. Mit dem Umzug in den Neubau sind für das Team um Chefarzt Dr. Gottfried Sellinger einige organisatorische Verbesserungen verbunden – alle Zimmer sind nun auf einem Stockwerk zu finden und die Wege werden daher kürzer. Auch die Notfallversorgung bleibt in Brackenheim bestehen. Im Erdgeschoss werden der Rettungsstützpunkt sowie die Ärztliche Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung untergebracht. 

Die Zweigstelle der Doktoren Tischer und Golter mit chirurgisch-orthopädischem Schwerpunkt, die bisher im ehemaligen Krankenhausgebäude zu finden ist, wird ebenfalls in den Neubau umziehen. Dort steht dann ein Operationssaal für ambulante Eingriffe zur Verfügung, in dem neben den Ärzten vor Ort auch weitere niedergelassene Ärzte aus der Region operieren können. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch einen Andachtsraum sowie durch eine Einrichtung für Physikalische Therapie. In den Stockwerken über der Geriatrischen Reha ist eine rund 250 Quadratmeter Vorhaltefläche für eine zukünftige Praxis vorgesehen. Falls zusätzliche Ärzte für die Heuss-Stadt gewonnen werden können, steht so eine zeitnah zu realisierende Raum-Perspektive zur Verfügung. Ob die geplante „Psychiatrische Institutsambulanz“ als Außenstelle des Zentrums für Psychiatrie in Weinsberg zum Tragen kommt, ist hingegen derzeit noch nicht sicher. Das Verfahren für die notwendige Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung läuft derzeit. „Der Bedarf ist da, deshalb geben wir die Hoffnung nicht auf“, betonte Landrat Detlef Piepenburg vor rund 50 Gästen. 

Die Notfallpraxis zieht ins Gesundheitszentrum

Neben der Geriatrischen Rehabilitationsklinik werden im Brackenheimer Gesundheitszentrum eine orthopädisch-chirurgische Praxis mit Operationsmöglichkeiten sowie eine Physiotherapiepraxis, Rettungsdienst und die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) untergebracht.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus verbleiben die Geriatrische Rehabilitation sowie die ambulanten Einrichtungen der Notfallversorgung (Rettungswache, Ärztliche Notfallpraxis) und die orthopädisch-chirurgische Gemeinschaftspraxis im ehemaligen Krankenhausgebäude in Betrieb.

Platz für niedergelassene Ärzte

Im zweiten Obergeschoss werden darüber hinaus Praxisräume vorgehalten, die von niedergelassenen Ärzten bezogen werden können. „Wir haben hier eine Lücke“, sagt Bürgermeister Kieser, der auch Vorsitzender des Fördervereins Gesundheitsversorgung im Zabergäu und Umgebung ist. Der Förderverein hatte in der Planungsphase des Gesundheitszentrums wesentlich Einfluss genommen.

„Meilenstein der ambulanten medizinischen Versorgung“

„Jetzt geht es los“, freute sich SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges. Schließlich waren zahlreiche Diskussionen und viel Überzeugungsarbeit notwendig, um diesen Meilenstein begehen zu können. Besonders hob er den Einsatz von Detlef Piepenburg hervor, der sich in den Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und mit verschiedenen Kooperationspartnern für diese Einrichtung stark machte. Hohe Qualität und Termintreue bei der Umsetzung des vom Bönnigheimer Architekturbüro Queisser geplanten Entwurfs sicherte Jürgen Schwefel, Geschäftsführer des beauftragten Generalunternehmers, der Firma Brodbeck aus Metzingen, zu. „Ab jetzt sind es noch genau 426 Tage, bis wir das neue Gebäude schlüsselfertig übergeben können“, sicherte er zu. Immerhin hat die Reha-Klinik einen Umfang von rund 4.800 Quadratmetern sowie rund 22.650 Kubikmeter Raumvolumen.

Neben der Einrichtung in Brackenheim soll auch in Möckmühl ein Gesundheitszentrum entstehen. Das Investitionsvolumen für dieses Gebäude beziffert die SLK auf rund 9,8 Mio. Euro. Da nach der Schließung der Krankenhäuser Brackenheim und Möckmühl sowohl der Gesundbrunnen als auch der Plattenwald baulich verändert werden mussten, um die wegfallenden Angebote aufzufangen, spricht der Landrat von einer Gesamtinvestition in Höhe von etwa 48 Mio. Euro. Neben 15 Mio. Euro Zuschüsse des Landes tragen der Landkreis Heilbronn und die Stadt Heilbronn als Gesellschafter des Klinik-Unternehmens jeweils rund 8,5 Mio. Euro. Der Rest wird von der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH finanziert.

Einen Dank richtete der Landrat auch an Bürgermeister Rolf Kieser, den Brackenheimer Gemeinderat und den Förderverein Gesundheitsversorgung Zabergäu und Umgebung für die konstruktiv-kritische Begleitung der Planungen. In der Tat: Bereits Ende 2016 hatte die SLK ein erstes Baugesuch eingereicht. Sowohl der Brackenheimer Gemeinderat als auch der Förderverein haben daraufhin einige Verbesserungsvorschläge (OP-Raum, Praxis-Hülle für zusätzliche Arztpraxis, weitere Parkplätze etc.) geäußert. Diese Optimierungswünsche hatten die SLK-Kliniken anschließend in einer neuen Planung vollständig berücksichtigt. Der Förderverein übernimmt ferner eine auf zwei Jahre begrenzte Mietgarantie für die zusätzliche Arztpraxis in der Größenordnung von 24.000 Euro. Außerdem leistet der Förderverein Gesundheitsversorgung Zabergäu und Umgebung e.V. gemeinsam mit dem Lions-Club und der Elfriede-Sommer-Stiftung einen Zuschuss zum Bau des OP-Raums in Höhe von insgesamt 50.000 Euro.

Gegenüber des Neubaus wird der vorhandene Parkplatz auf 60 Stellplätze erweitert, obwohl baurechtlich nur 29 erforderlich wären. Während der Bauzeit werden dort jedoch Flächen für Baustellenfahrzeuge und Material benötigt. Daher wird es zu Einschränkungen für Anwohner, Mitarbeiter/-innen und Besucher der Einrichtungen im Krankenhaus-Gebäude sowie des Hauses Zabergäu kommen. 

Die Heuss-Stadt Brackenheim sucht für das geplante Zentrum und die noch verfügbare Fläche einen HNO-Mediziner sowie einen Gastroenterologen. Die Niederlassung wird seitens der Kommunen in vielfältiger Weise unterstützt. Nähere Informationen unter 08741 967890.

Kategorien: Reha-Zentrum