Die Geschäftsführerin des Klinikums am Weissenhof hält eine Psychiatrische Institutsambulanz in Brackenheim für erforderlich. Die Patientenwege vom Zabergäu nach Weinsberg sei für viele Betroffene zu weit.

Erst kürzlich fand der Spatenstich des neuen medizinischen Hotspots in der Region statt. Die Bauarbeiten für das neue Gesundheitszentrum in Brackenheim konmen voran. Im September 2020 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Erste Mietverträge wurden bereits unterzeichnet. Der Einzug einer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) als Außenstelle des Weinsberger Klinikums am Weissenhof ist derzeit zwar noch offen. Die Geschäftsführerin des Weinsberger Klinikums Anett Rose-Losert ist aber optimistisch.

Wohnortnahe Versorgung durch das neue Gesundheitszentrum

Unter anderem wird im Brackenheimer Gesundheitszentrum die Geriatrische Rehabilitationsklinik untergebracht. Darüber hinaus wurde ein externer Dienstleister damit beauftragt einen oder zwei HNO-Mediziner sowie einen Gastroenterologen für das Gesundheitszentrum zu begeistern. „Erste Kontakte wurden bereits erfolgreich geknüpft“, so Gabriele Dostal, Prokuristin bei dostal&partner.

Eine Außenstelle der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) in Brackenheim ist aus Sicht der Geschäftsführerin ideal, weil die Entfernung von Brackenheim nach Weinsberg groß sei. Derzeit kämen laut Weinsberger Klinikum keine ambulanten Patienten aus dem Zabergäu nach Weinsberg, auch wenn sie dort bereits stationär untergebracht worden seien. Ersten Schätzungen zu Folge kann man bei einem Einzugsgebiet in der Region in und um das Zabergäu von rund 100 000 Einwohnern mit bis zu 4000 Menschen, die an Depressionen leiden oder an Demenz erkrankt sind, ausgehen.

Das Klinikum am Weißenhof betreibt bereits drei Außenstellen mit PIA: in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall. Die Idee, eine PIA auch in Brackenheim einzurichten, hatte die Geschäftsleitung der SLK-Kliniken, die das Gesundheitszentrum in der Heuss-Stadt bauen und betreiben. Ein Mietvertrag über die rund 300 Quadratmeter im Gesundheitszentrum ist bereits vorbehaltlich der Ermächtigung unterschrieben.

Was bietet die Stadt Brackenheim interessierten Fachärzten?

Die Stadt Brackenheim fördert die Niederlassung von Fachärzten gezielt. Im zweiten Obergeschoss des Gesundheitszentrums werden darüber deshalb Praxisräume vorgehalten, die von niedergelassenen Ärzten bezogen werden können. „Wir haben hier eine Lücke“, sagt Bürgermeister Kieser, der auch Vorsitzender des Fördervereins Gesundheitsversorgung im Zabergäu und Umgebung ist. Der Förderverein hatte in der Planungsphase des Gesundheitszentrums wesentlich Einfluss genommen.

Die Zweigstelle der Doktoren Tischer und Golter mit chirurgisch-orthopädischem Schwerpunkt, die bisher im ehemaligen Krankenhausgebäude zu finden ist, wird ebenfalls in den Neubau umziehen. Dort steht dann ein Operationssaal für ambulante Eingriffe zur Verfügung, in dem neben den Ärzten vor Ort auch weitere niedergelassene Ärzte aus der Region operieren können.

Das neue Gesundheitszentrum, welches auch eine Reha-Klinik umfasst, ist als medizinischer Standort in der Region für Ärzte äußerst attraktiv.

Interessierte HNO-Ärzte und Gastroenterologen können sich unter 08741 967890 melden.